Das Rave Mandala (das Rad)

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Das Rave Mandala ist das große Rad im Human Design, die Brücke zwischen dem Himmel und deinem Bodygraph. Auf seinem äußeren Ring sitzen die 64 Tore (dieselben 64 Hexagramme des I Ging); auf dem inneren Ring sitzt der Tierkreis, den du schon aus der Astrologie kennst. Legst du beide übereinander, bekommst du eine einzige Karte, die eine praktische Frage beantwortet: Als ein Planet in dem Moment, in dem du geboren wurdest, auf einem bestimmten Grad des Himmels stand — welches Tor hat er da angeschaltet?

Jede Aktivierung in deinem Chart (Sonne, Erde, Mond, die Knoten und die Planeten, sowohl in deiner Personality als auch in deinem Design) findest du, indem du ihre Position auf dieses Rad fallen lässt und das Tor (und die Linie) darunter abliest. Verstehst du das Mandala, hört der Rest der Berechnung auf, sich wie Zauberei anzufühlen.

Hier ist ein interaktives Rave Mandala. Der äußere Ring hält die 64 Tore, der innere den Tierkreis, und die Pfeile zeigen, wo jeder Planet heute steht. Zieh an den Reglern für Datum und Uhrzeit und sieh zu, wie Tore und Kanäle an- und ausgehen.

Was das Rave Mandala ist#

Stell dir ein Zifferblatt vor, aber mit zwei ineinanderliegenden Ringen:

  • Der innere Ring ist der tropische Tierkreis: 360 Grad, aufgeteilt in die vertrauten 12 Zeichen von je 30 Grad (Widder, Stier, … Fische). Das ist dieselbe Ekliptik — die scheinbare Bahn der Sonne durchs Jahr —, die auch die westliche Astrologie verwendet.
  • Der äußere Ring sind die 64 Tore, jedes ein Hexagramm des I Ging. Die Tore sind gleichmäßig über den ganzen Kreis verteilt, jedes Tor nimmt also ein gleich großes Stück Himmel ein.

Ra Uru Hu nannte diese Synthese das Rave Mandala („Rave“ war sein Name für das Human Design System). Hier werden zwei der vier Säulen von Human Design — die westliche Astrologie und das I Ging — buchstäblich übereinandergelegt. (Die anderen beiden Säulen, das Chakren-System und der kabbalistische Baum des Lebens, liefern uns die Zentren und die Kanäle.)

Wie aus einem Grad ein Tor wird#

Das Rad hat 360 Grad. Es gibt 64 Tore. Jedes Tor umfasst also einen gleich großen Bogen:

360° ÷ 64 = 5,625° pro Tor.

Um ein Tor zu finden, nimmst du die ekliptikale Länge eines Planeten (eine Zahl zwischen 0° und 360°), schaust, in welche 5,625°-Scheibe sie fällt, und liest das Tor ab, dem diese Scheibe gehört. Das ist der ganze Mechanismus. Ein durchgerechnetes Beispiel für das vollständige Chart steht unter Wie ein Chart berechnet wird; hier zoomen wir auf das Rad selbst.

Jede Torscheibe wird dann noch einmal in sechs gleiche Teile geschnitten, die sechs Linien:

5,625° ÷ 6 = 0,9375° pro Linie.

Ein Planet fällt also nicht nur in ein Tor, sondern in eine bestimmte Linie dieses Tors (1 bis 6). Deshalb schreibt man eine Aktivierung als Tor 7, Linie 1 (oft verkürzt zu 7.1). Geh noch feiner, und jede Linie teilt sich weiter in Color, Tone und Base auf, die tieferen Ebenen, mit denen die fortgeschrittene Variable-Arbeit rechnet. Aber Tor und Linie sind das, was du zuerst liest.

Ebene Unterteilungen Bogen je
Tor 64 rund um das Rad 5,625°
Linie 6 pro Tor 0,9375°
Color 6 pro Linie 0,15625°
Tone 6 pro Color ~0,026°
Base 5 pro Tone ~0,0052°

Die Reihenfolge der Tore: Warum Tor 1 nicht neben Tor 2 liegt#

Hier ist der Teil, über den viele stolpern. Die Tore sind auf dem Rad nicht der Reihe nach nummeriert. Tor 1 und Tor 2 liegen nirgends beieinander; die Tore folgen der eigenen Hexagramm-Reihenfolge des I Ging, die Ra Uru Hu in einer bestimmten Anordnung am Tierkreis festmachte.

Rund um das Mandala gelesen, beginnt die Reihenfolge bei Tor 41, das ganz am Ende des Steinbocks sitzt, direkt vor dem 0°-Punkt des Wassermanns, und läuft dann so weiter:

41 → 19 → 13 → 49 → 30 → 55 → 37 → 63 → 22 → 36 → 25 → 17 → 21 → 51 → 42 → 3 → …

und so durch alle 64 Hexagramme, bis es wieder bei 41 ankommt. Dass Tor 41 der Startpunkt ist, hat Bedeutung: Im Human Design ist es das Tor des Beginns eines neuen Zyklus, die Energie, die das ganze Rad menschlicher Erfahrung in Gang setzt — passend, dass das Mandala dort anfängt.

In der Anordnung steckt außerdem eine tiefere Symmetrie: Tore stehen sich als Programmierungspartner paarweise gegenüber (zum Beispiel als gegenläufige Hälften eines Hexagramms), was mit ein Grund dafür ist, dass die Reihenfolge durcheinander wirkt, wenn du 1, 2, 3, 4 erwartest.

Die Aufgabe des Rave Mandala liegt vor dem Bodygraph: Es entscheidet, welche Tore aufleuchten, und diese Tore färben dann die neun Zentren ein, die du hier siehst.

Wo das Rad auf deinen Bodygraph trifft#

Das Mandala liefert eine Liste von Toraktivierungen, eine pro Planet, und das zweimal (Personality und Design). Von dort aus:

  1. Jedes aktivierte Tor ist eine Tür an einem der neun Zentren.
  2. Wenn beide Tore eines Kanals aktiviert sind, schließt sich der Kanal, und die beiden Zentren, die er verbindet, werden definiert (eingefärbt).
  3. Das Muster aus definierten Zentren und Kanälen bestimmt deinen Typ sowie Strategie und Autorität.

Das Rad ist also der allererste Schritt in der Kette. Geburtszeit und Geburtsort geben dir Planetengrade; das Rave Mandala macht aus diesen Graden Tore und Linien; die Tore und Linien bauen den Bodygraph.

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